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Die Grundschwungtechniken

Der Schwung
Der Grundschwung vereint vier Grundbewegungen miteinander. Zwar ist es vorstellbar und auch möglich, einen Ball zu schlagen, ohne die vier Grundbewegungen anzuwenden – effektiv wäre es nicht. Alle guten Spieler versuchen die folgenden vier Grundelemente in Ihrem Schwung optimal aufeinander abzustimmen um einen guten und reproduzierbaren Schlag auszuführen.


Rotation & Translation
Die gemeinsame Drehung von Hüften und Schultern ist ein besonderes Kennzeichen eines guten Schwungs. Im OT (oberen Totpunkt oder TOB) sind die Schultern um ca. 90º und die Hüften um ca. 45º–50º gedreht. Durch diese Verwringung der Schultern gegenüber den Hüften entsteht eine Vorspannung, deren Energie sich im Abschwung entladen kann. Dabei wird die Translation vor der Rotation abgeschlossen. Die rechte Hüfte verschiebt sich beim Ausholen ungefähr fünf Zentimeter nach rechts, noch bevor der Schläger 90º überschritten hat. Beim Abschwung ist die Reihenfolge genauso wie beim Aufschwung: Translation vor Rotation. Bei der Körperdrehung kann man sich die beiden Beine als Drehachsen vorstellen: Beim Ausholen dreht man sich um das rechte Bein, beim Abschwung um das linke. Geschieht das im richtigen Maße, bewegt sich der Kopf beim Ausholen etwa eine halbe Kopfbreite nach rechts. In der Vorwärtsbewegung ist die seitliche Bewegung noch stärker und der Kopf ist am Ende des Schwunges genau über dem linken Bein.

Abbildung 1&2: Bilderreihe Grundschwung des DGV, frontale Perspektive (Lehnertz, Quirmbach & Heuler, 2002, S.70–84)

Winkeln der Handgelenke
Durch die Handgelenke werden aus der Einheit von linkem Arm und Schläger zwei Hebel und so aus einem langen, trägen Stab eine zweigliedrige Peitsche. Eine Voraussetzung dafür sind lockere Handgelenke.
Rotation der Arme
Um den Schläger auf der richtigen Ebene zu schwingen, müssen die Unter– und Oberarme beim Ausholen im Uhrzeigersinn rotiert werden, beim Ab– und Durchschwung entsprechend umgekehrt. Die Bewegung beginnt nach dem One–Piece–Takeaway (Schläger hat 45º überschritten) gemeinsam mit dem Winkeln der Handgelenke.
Lösen, Senken & Schwingen der Arme
Die Arme müssen sich beim Ausholen im richtigen Maße vom Körper lösen, d.h. sie schwingen
unabhängig vom Körper nach oben und nach hinten. Würden die Arme nur nach oben geschwungen, befänden sich die Hände im höchsten Punkt der Ausholbewegung noch vor der Mitte des Körpers. Sie müssen jedoch so weit nach hinten schwingen, dass sie über der rechten Schulter sind.





Abbildung 3&4: Bilderreihe Grundschwung des DGV, seitliche Perspektive (Lehnertz, Quirmbach & Heuler, 2002, S. 70–84)

Die Technik des Pitch
Taktisches Einsatzgebiet
Der Pitch ist ein Annäherungsschlag, bei dem der Ball verhältnismäßig hoch fliegt und durch viel Rückwärtsdrall schnell stoppt. Der Standard–Pitch ist kein Spezialschlag, wie beispielsweise der Chip, sondern lediglich eine kleine Version des vollen Schwungs. Grundsätzlich kann mit jedem Schläger diese Technikvariante ausgeführt werden. Der Deutsche Golf Verband empfiehlt im Lehrbrief 5 das Sand Wedge, da es den größten Loft in einem Standartsgolfschlägersatz aufweist und man somit "voller schlagen" kann. Der Griff Beim Standard–Pitch wird der Standard–Griff verwendet –die Hände können jedoch weiter unten an den Griff gelegt werden. Der Schläger wird somit handlicher und das fällt leichter, da die Bewegung hierdurch größer werden kann. Durch das "kürzer" greifen kann auch die Schlagweite reguliert werden.
Die Ansprechposition
Die Ansprechposition entspricht der des Grundschwungs. Der Ball liegt in der Mitte des Standes, und die Hände befinden sich vom Ziel aus gesehen leicht davor

Der Schwung
Der Hauptunterschied zum vollen Schwung besteht bei der Pitch–Technik darin, die Ausholbewegung, je nach Entfernung des Ziels zu reduzieren. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Bewegungen der Arme und Hände. Während der Ausholbewegung sollten die Handgelenke genügend abgewinkelt werden. – Daher wir der Pitch auch als Zwei–Hebel–Schwung bezeichnet. – Eine Unterarmrotation sorgt dafür, dass der Schläger immer in der Ebene bleibt, in der er sich zu Beginn des Schwunges befunden hat. Beim Pitch bewegt sich der Schläger im Treffmoment stärker nach unten als beim Chip. Dadurch ergibt sich ein Divot, das der Schläger nach dem Treffmoment aus dem Gras herausschlägt. Dieser nach unten verlaufende Schlag entsteht dadurch, dass sich die Hände auch im Treffmoment vom Ziel aus gesehen vor
den Ball befinden und der Schläger nicht zu stark von innen an den Ball kommt.

Die Technik des Chip
Taktisches Einsatzgebiet
Abbildung 1: Flug– und Rollverhältnis bei versch. Schlägern (in Kölbing, 2001) Der Chip ist ein Annäherungsschlag, bei dem der Ball verhältnismäßig flach fliegt und nach dem Landen weit ausrollt. Er wird angewandt, wenn sich zwischen Fahne und Ball kein Hindernis befindet. Durch die unten beschriebene Technik – Ball hinten/Hände vor – kommt es zu einer Reduzierung des Loft's des gewählten Schlägers. Der Deutsche Golf Verband empfiehlt die Schläger Eisen E9–E5, allerdings kann man auch mit langen Eisen einen Chip durchführen sowie Hölzer für diese Technik benutzen. Grundsätzlich gilt: je näher der Ball an der Grünkante liegt und je weiter die Fahne von der Grünkante entfernt steht, desto geringer sollte der Loft sein und umgekehrt.
Der Griff
Beim Standard–Chip wird der normale Griff verwendet – die Hände werden jedoch weiter unten an den Griff gelegt. Der Schläger wird so handlicher und das Dosieren fällt leichter, da die Bewegung hierdurch etwas größer werden kann.
Die Ansprechposition
Analog zum Putten kommt es beim Chippen nicht auf die Schlaglänge, sondern auf Präzision an. Deswegen sollte der Abstand zum Ball möglichst gering gehalten werden. Der Schläger wird dadurch aufrechter aufgestellt. Die Hacke des Schlägers schwebt in der Luft. Da durch die geringe Körperbewegung keine große Standfestigkeit erforderlich ist, ist der Stand enger als bei den langen Schlägen. Der linke Fuß kann etwas zurückgenommen werden. Der Schultergürtel sollte aber trotzdem parallel zur Ziellinie ausgerichtet bleiben. Die Hände befinden sich vom Ziel aus gesehen vor dem Ball, der auf Höhe der Innenkante des rechten Fußes liegt. Mit den Händen wird der ganze Körper leicht nach links verschoben, so dass sich das Gewicht zu 60 bis 70 Prozent auf dem linken Fuß befindet. So wird der Ball auch ohne großen Einsatz der Handgelenke leicht in der Abwärtsbewegung getroffen.
Der Schwung
Beim Ausholen dominieren Arme und Schultern, die Handgelenke bleiben passiv. Wichtig: Der Schläger schwingt auf seiner Ebene zurück. Die Schultern drehen und die Arme schwingen etwas unabhängig vom Körper nach rechts. Wie bei den langen Schlägen muss sich der Schläger im Treffmoment nach unten bewegen und erst nach dem Treffmoment das Gras bürsten. Die Hände befinden sich im Treffmoment vor dem Ball und der Schläger bildet von vorne gesehen erst nach dem Treffmoment mit dem linken Arm eine Linie. Die Länge des Durchschwungs entspricht zumindest der des Ausholens.

Die Technik des Puttens
Der Griff
Im Gegensatz zu den anderen Techniken ändert sich beim Putten der Griff. Die Aufgabe des Griffs bei der Puttbewegung besteht darin, die Handgelenke zu stabilisieren, so dass Arme, Hände und Schläger eine Einheit bilden. Der wohl am meisten verbreitete Griff beim Putten ist der Reverse–Overlap–Griff (s. Abbildung 1). Folgende Merkmale sind kennzeichnend: Die Handflächen sind parallel zueinander. Beide Daumen sind auf der abgeflachten Schlägervorderseite und zeigen in Richtung des Putterkopfes. Durch den relativ steilen Lie–Winkel des Putters muss der Schaft auch steiler durch die Hände verlaufen zwischen Hand – und Daumenballen der oberen Hand.
Der Zeigefinger der oberen Hand wird ausgestreckt und über die letzten drei Finger der unteren Hand gelegt. Es sollte allerdings berücksichtigt werden, dass dies nur eine Griffmöglichkeit beim Putten ist und gerade diese Technik viele Variationsmöglichkeiten zulässt. Die Ansprechposition Der Putter hat den mit Abstand steilsten Lie aller Golfschläger, damit man so dicht am Ball stehen kann, dass sich die Augen senkrecht über der Ziellinie befinden. Das Zielen wird damit erheblich vereinfacht. Folgende Merkmale sollte daher die Ansprechposition beim Putten aufweisen: Die Linien der Fußspitzen, Knie, Hüfte, Schultern sind parallel zur Ball–Ziel–Linie, die Hände befinden sich senkrecht unter dem Schulterkopf, die Füße stehen etwa in Schulterbreite und parallel zueinander und die Ballposition ist links der Mitte.
Der Schwung
Der Ball muss weder hoch fliegen noch sehr weit rollen. Es ist größte Präzision gefordert. Um den Putter auf der Ball–Ziel–Linie zurück und nach vorne zu bewegen, muss man lediglich mit den Schultern eine kippende Bewegung in der Frontalebene durchführen


Abbildung : Bilderreihe Standard–Putt des DGV, frontale Perspektive (Heuler & Quirmbach, 2001, S. 26–28)


Material und Folgen

Das Material hat im Golf einen ganz besonderen Stellenwert. Es kann nicht nur das Spiel unterstützen, sondern auch das Spiel erschweren. Das Material das für den Professional optimal ist, kann für den HCP–36–Spieler zu einer Erschwerung seines Spiels ühren.
Schäfte sind hierfür ein gutes Beispiel. Spielen Tour–Spieler in der Regel besonders harte Schäfte und spielen mit diesen die Bälle geradeaus und weit, so kann der gleiche Schaft bei einem Spieler mit HCP 36 die Ursache für deutlich weniger Länge sein oder die Slice–Gefahr vergrößern. Bei zu weichem Schaft besteht die Hook–Gefahr. Der so genannte ”Peitscheneffekt“ kann nicht richtig ausgenutzt werden. Weitere Faktoren die maßgeblichen Einfluß auf Ihr Spiel haben:

Griffstärke ( Unterarmrotation)
Schaftlänge (Rückenbelastung)
Liewinkel ( Schwunganpassung)
Schaftflex ( Fluglänge)

Fazit: Fragen Sie uns wir beraten Sie gerne

Aus gesundheitlicher Sicht nimmt das Material ebenfalls eine nicht zu vernachlässigende Stellung ein. Die Gründe hierfür mögen nicht sofort sichtbar sein, können jedoch als trivial eingestuft werden. Der Lie und die Schaftlänge haben z.B. einen großen Einfluss auf die Ansprechposition und somit auch auf die Körperwinkel während des gesamten Schwungs. Ist der Schaft zu kurz oder der Lie zu flach für einen Spieler, dann wird er nicht in der Lage sein, mit einer physiologisch korrekten Stellung der Wirbelsäule seine Ansprechposition einzunehmen um den Schlag mit geringen physiologischen Belastungen durchführen zu können. Er wir z.B einen Rundrücken in der Ansprechposition bilden.
Der Rundrücken wiederum vervielfacht die Scherkräfte im Bereich der Wirbelsäule um ein vielfaches gegenüber einem Schlag mit ”aufrechter“ Wirbelsäule.

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Warum Aufwärmen?

Während in vielen anderen Sportarten die positiven Wirkungen des Aufwärmens bekannt sind, bleiben Golfer, die sich sinnvoll und funktionsgerecht auf das Training oder Spiel vorbereiten, noch die absolute Ausnahme. Durch das Warmmachen werden u.a. zahlreiche physiologische Regulationen stimuliert, die beim Vollzug der nachfolgenden sportlichen Leistung einen großen Einfluss haben. So erreicht durch die körperliche Belastung während des Erwärmens der Stoffwechsel, das Herz–Kreislauf–System, die Atmung, die hormonelle Regulation und das Zusammenspiel zwischen Nervensystem und motorischem System ein höheres Aktivitätsniveau. Anhand einer wissenschaftlichen Studie an der Paderborner Golfakademie konnte die positive Wirkung des im Folgenden auszugsweise vorgestellten Aufwärmprogramms nachgewiesen werden. Eine Zunahme der Kontraktionsgeschwindigkeit sowie eine verbesserte Koordinationsleistung der am Golfschwung beteiligten Muskulatur durch spezifische Aufwärmübungen spiegeln sich in der Zunahme der Schlägerkopfgeschwindigkeit im Treffmoment wider. Durch die aufwärminduzierte Temperaturerhöhung und gesteigerte Muskeldurchblutung verringern sich die inneren viskösen und elastischen Widerstände im Muskel. Die Folgen sind höhere Beweglichkeit, geringerer Energieverbrauch, leichtere Gelenkbeweglichkeit und verminderte Verletzungsanfälligkeit. Bei der Durchführung unaufgewärmter Golfschwünge konnte demzufolge eine signifikant häufigere Zunahme der Schmerzen im Rückenbereich festgestellt werden. Dies war bei Golfschlägen nach dem obigen Aufwärmprogramm nicht der Fall, wodurch eine schmerzprophylaktische Wirkung des Aufwärmens nachgewiesen werden konnte.

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